Kurt-Laudeley-Platz

Wer war Kurt Laudeley?

Geboren am 18. April 1907 im Vogtländischen Treuen. Er starb am 2. März 1998 im 91. Lebensjahr in Chemnitz. 1996 wurde ihm im Rahmen der Feierlichkeiten 800 Jahre Erdmannsdorf die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Erdmannsdorf (seit 1999 Ortschaft Erdmannsdorf/Kunnersdorf, Ortsteil der Stadt Augustusburg) verliehen. Am 18. April 1997 erschien in der Freien Presse ein Artikel anlässlich seines 90. Geburtstages. Sein Leben und Wirken sind darin zusammengefasst und wir haben die Erlaubnis, diesen hier zu verwenden. Dafür Danke!

Kurt Laudeley war der Initiator zur Gründung der Natur- und Heimatfreunde Erdmannsdorf und wurde deren 1. Vorsitzender. In Erdmannsdorf wohnte er damals in der Bergstraße 5. Im sogenannte Alterdmannsdorf (vom Erbgericht, entlang der Alten Dorfstraße, die Bergstraße hinauf, bis zur Seilergasse) sind noch schöne Fachwerkhäuser erhalten geblieben. Außerdem lässt sich hier die Entwicklung des Ortes als Waldhufendorf mit seinen Bauernhöfen noch immer erkennen. So lag es nahe, einen öffentlichen Platz, der dringend einer Aufwertung bedurfte, zu verschönern. Im Rahmen des alljährlich im Frühjahr stattfindenden Arbeitseinsatzes begannen wir 2014 mit den ersten Arbeiten.

Alte Dorfstraße Erdmannsdorf gegenüber der Einmündung Neue Gasse im Jahr 2014

Jahr für Jahr haben unsere Vereinsmitglieder zahlreiche Stunden geleistet und so nahm der Platz immer mehr Gestalt an. 2020 ergab es sich, dass Dipl.-Designer Rolf Büttner, der das angrenzende Grundstück besitzt, sich anbot, dem Kurt ein Denkmal zu setzen und dafür eine Büste zu fertigen. Nun galt es, aber richtig Hand anzulegen, um die Gestaltung des Platzes so zu planen, dass man sich hier mit Leben und Werk des Ehrenbürgers verbunden fühlen kann. Statt der Fichten und Koniferen sollten hier zukünftig Bäume, Sträucher, Blumen und Kräuter wachsen, die Insekten anlocken, das Naschen erlauben und schön bunt blühen, das gesamte Areal aufwerten, zum Verweilen einladen.

Ab März 2020 nahm die Gestaltung richtig Fahrt auf. Bei Jörg Müller (Wildobstschnecke) wurden Pflanzen ausgewählt und gekauft, die Borde wurden neu gesetzt, Frühblüher gesteckt, Förderungen beantragt und Spenden gesammelt, denn im Juni 2021 sollte der Platz, anlässlich 825 Jahre Erdmannsdorf und 25 Jahre Ernennung zum Ehrenbürger, offiziell eingeweiht werden. Auch unsere jüngsten Vereinsmitglieder waren und sind mit Begeisterung dabei.

Im Frühjahr 2021 drohte unsere Zielstellung zu platzen, denn die Telekom hatte den Platz plötzlich aufgegraben. Die Sträucher und Frühblüher waren zumindest schon mal gut angewachsen.

Am 12. Juni 2021 war es soweit. Die offizielle Einweihung des Platzes wurde durch den Posaunenchor begleitet. Volker Pavel hatte vorher die Stele gefertigt und aufgestellt, Rolf Büttner sein Kunstwerk aufgesetzt und Maria durfte die Stele enthüllen. Es war ihr 10. Geburtstag. Die Kinder hatten ja auch tüchtig mit Hand angelegt, damit alles fertig wird.

Kurt Laudeley hält ein Stück Landschaft in seinen Händen. Er betrachtet dieses Stück sehr aufmerksam und möchte damit vermitteln, dass wir mit unserer Landschaft, Flora und Fauna verantwortungsvoll umgehen sollen. Nachdem die Einweihung des Platzes erfolgt war, haben wir bei der Stadt Augustusburg den Antrag gestellt, dem Platz ganz offiziell den Namen „Kurt-Laudeley-Platz“ zu geben. Unserem Antrag hat der Stadtrat am 17. Mai 2022 einstimmig zugestimmt.

In den darauffolgenden Jahren wurde weiter an der Bepflanzung gearbeitet. 2025 musste leider die große Kirsche gefällt werden. Dafür haben wir einen kleinen Apfelbaum neu gepflanzt. Es ist eine Augenweide, wenn im Frühjahr Krokusse, Narzissen, Bärlauch, Quitten usw. ihre Blütenpracht zeigen und die Insekten sich am Blütenstaub laben.

2025 kann man feststellen, dass unser Tun Früchte trägt. Eine Bank lädt zum Verweilen ein. Das gesamte Jahr über sind mehrere Einsätze erforderlich, um den Platz in Ordnung zu halten. Die Stadt Augustusburg unterstützt uns durch den Bauhof mit Bewässerung und Abtransport von pflanzlichen Abfällen. Wir möchten erreichen, dass sich der Pflegeaufwand noch reduziert, denn besonders die Wege sind recht schwer von Unkraut frei zu halten. Wir arbeiten an Lösungen.

Herbst 2025 – in 12 Jahren haben wir einen Platz geschaffen, der viel Zeit, Geld und Optimismus von uns abverlangt hat. Wir haben Arbeit, Wissen, Engagement und Liebe in das Projekt investiert und das ehrenamtlich. Das Leben und Wirken von Kurt Laudeley war ähnlich geprägt. Ein Mann mit derartiger Liebe zur Natur, Weitsicht in der Erhaltung und Gestaltung örtlicher Strukturen hat den Aufwand verdient. Wir haben ihm gern ein Denkmal gesetzt, denn er selbst hat zu Lebzeiten darauf eher wenig Wert gelegt. Es war nicht mal einfach, von ihm ein Bild zu bekommen. Seine Worte nach der Verleihung der Ehrenbürgerschaft waren folgende: „Ich war gern Heimatpfleger und ich bleibe dem Ort voll und ganz verbunden.“

Wir haben dieser Verbundenheit ein Bild gegeben und laden ein, diesen Platz zu besuchen, um sich zu besinnen und am Geschaffenen zu erfreuen. Die Blaue Holzbiene hat neben vielen Bienen und Hummeln am 28. Februar 2026 hier schon erste Nahrung gefunden.